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Mallorca im Selbstversuch

Vier Tage mit der gemieteten GS über die Insel: Tramuntana, Formentor und Palma – ohne Ballermann, aber mit vielen Radfahrern.

Winterdepressionen plagen mich und meine Frau. Es muss wieder etwas Sonne in unser Leben und so fällt unsere Wahl auf Mallorca. Unter dem Motto „Einschüchtern gilt nicht“ haben wir uns zum Selbstversuch entschlossen, einem Trip nach „Malle“ ohne Ballermann, dafür auf den zwei motorisierten Rädern, die für uns die Welt bedeuten.

Mit der gemieteten BMW R 1200 GS an der Küste: Mallorca im Frühling.
Mit der gemieteten BMW R 1200 GS an der Küste: Mallorca im Frühling.

Ganz unvoreingenommen fahren wir nicht auf die Balearen-Insel, denn es gibt auch in unserem Leben einen Fernseher, der uns immer wieder die neuesten frohen Botschaften aus dem Ballermann-Milieu ins Wohnzimmer liefert. Ebenso wie die Nachrichten über das sogenannte 17. deutsche Bundesland, wo die Partyhungrigen unserer Nation im Charterservice in Hundertschaften zum Ballermann und somit in ein mehrtägiges Koma geflogen werden. Kaum seltener hört man davon, dass die Insel von Radfahrern fast schon überlaufen sei.

Aller Anfang ist schwer

Kaum ist der Beschluss gefasst, stellt sich auch schon die nächste Frage: Anreise auf den eigenen zwei Rädern oder vor Ort was mieten? Mit dem eigenen Bike müsste man bis Barcelona, dann noch einmal für acht Stunden auf die Fähre. Und das bei nur einer Woche Urlaub? Sinnlos, finden wir. Im Internet tummeln sich einige Anbieter, bei denen man sich Mopeds leihen kann. Auf der Insel bekommt der Biker offenbar jeden Herzenswunsch erfüllt, von der Vespa über 250er-Crosser und Yamahas XT 660 bis hin zu den dicken Eisenhaufen aus Milwaukee. Es gibt einfach alles. Wir entscheiden uns am Ende, wie so oft, für eine BMW R 1200 GS. Mit diesem Bike hatten wir bei anderen Vermietern nur gute Erfahrungen gemacht. Als Unterkunft suchen wir uns eine Ferienwohnung auf einer Finca mit ausreichend Abstand zum Ballermann. Nachdem das alles geklärt ist, wird noch der Flug gebucht und los geht’s in den Süden, dahin, wo (zumeist) auch im Winterhalbjahr die Sonne für sonnige Gemüter und ausreichend warme Temperaturen sorgt.

Airport Frankfurt, Donnerstag, 19 Uhr. 30 Minuten vor dem Abflug werden in der Wartezone alle unsere Klischees erfüllt: Rechts außen eine Horde Partysanen, mit dem einen oder anderen Bier bereits auf Feiertemperatur vorgeglüht, direkt gegenüber eine kleine Gruppe allein erziehender Mütter, die offenbar mal wieder so richtig einen draufmachen wollen. Nicht weit entfernt ein älterer Herr im Rollstuhl, der mit seiner etwas zu stark gelifteten und deutlich zu bunt angemalten Krankenschwester unterwegs ist. Zum krönenden Abschluss kommt – Tusch! – ein bekannter C-Promi um’s Eck, die Hardrockcafé-Kappe auf dem Kopf. In diesem Moment spielen wir ernsthaft mit dem Gedanken, der netten Stewardess am Check-in-Schalter mitzuteilen, dass uns wichtige berufliche Dinge leider daran hindern würden, an diesem sicherlich einmaligen Flugerlebnis teilzunehmen. Aber gekniffen wird jetzt nicht, „wat mutt dat mutt“.

Unsere Ankunft auf der Ferieninsel nach einem nicht nur luftfahrttechnisch erstaunlich ruhigen Flug erfolgt um 21:30 Uhr und mithin relativ spät. Denn wir müssen mit einem Auto weiter zu unserer Unterkunft in Llucmajor, in der zentralen Ebene Mallorcas gelegen. Doch hier auf Mallorca ist offenbar mittlerweile alles mit deutscher Gründlichkeit geplant. Gepaart mit der von unseren letzten Reisen auf die Iberische Halbinsel zum Glück immer noch vorhandenen spanischen Gelassenheit kommen wir nicht nur rasch zu unserem Gepäck, sondern ebenso schnell zu unserem Mietwagen. Auch ist unsere nächtliche Ankunft auf der Finca kein ernsthaftes Problem. Unsere Schweizer Gastgeber sowie deren spanischer Deutscher Schäferhund freuen sich auch zu später Stunde über unser Eintreffen. Daher kann dieser Abend ganz in Ruhe mit einer Probe heimischer Rotweine ausklingen.

Der erste Tag auf der Insel beginnt mit einer klassischen Fehlplanung: Aufstehen, ohne Kaffee und andere Frühstückszutaten eingekauft zu haben. Was bleibt also anderes übrig, als sich auf den Weg zum nächsten Supermercado zu machen und dort Café, ein paar Barras, etwas Jamón, Queso und Aceitunas einzukaufen (Kaffee, Brot, Schinken, Käse und Oliven). Dann schnell das Frühstück nachgeholt und ab Richtung Osten, dem Bike entgegen. Bei dieser Anfahrt bestätigt sich die erste der oft gehörten Mallorca-Meinungen: Diese Insel ist, insbesondere im Frühling, definitiv von Radfahrern aller Nationen verseucht. Während die Profiteams nach hinten durch Begleitfahrzeuge abgesichert werden, radeln die Möchtegern-Armstrongs wie die Gestörten in Zweier- und Dreierreihen auf den häufig doch sehr unübersichtlichen Landstraßen umeinander. Doch davon später noch mehr.

Beim Verleih angekommen, erliegen wir beinahe dem unwiderstehlichen Charme des Inhabers, der uns seine geführten Touren im wärmsten Licht schildert. Aber nur fast, denn Ziel ist es ja für uns, alleine herauszufinden, ob die Geschichten und Meinungen über die Insel nun zutreffen oder nicht. Und zu unseren selbst geschaffenen Regeln gehört halt die Erkundung ohne fremdes Dazutun. Unsere 12er GS entpuppt sich als eine der ersten ihrer Gattung und hat schon über 60.000 Inselkilometer in den Händen der verschiedensten Fahrer hinter sich gebracht. Sie ist allerdings optisch und mechanisch in einem sehr guten Zustand. Abgesehen davon macht uns der nette Herr vom Verleih die Offerte, am nächsten Tag auf ein aktuelles Modell zu wechseln. Noch mal zwei Stunden An- und Abfahrt, die von unserem sowieso relativ kleinen Zeitfenster verloren gehen würden? Nein, wir bleiben bei der „Alten“. Schließlich scheint die Sonne und wir wollen die Stunden auf zwei Rädern möglichst ausgiebig genießen!

Cruisen nach Palma

Unsere erste Tour führt uns Richtung S’Arenal und Palma, kurz gesagt: Cruisen auf der Schinkenstraße. Wir sehen sie fast alle, wenn die berühmt-berüchtigten Lokale kurz vor Ostern auch noch relativ leer zu sein scheinen. Wie an einer Schnur aufgereiht, verheißen sie mit ihren urmallorquinischen Namen wie beispielsweise „Oberbayern“ echte Urlaubskultur in ihrer reinsten Form. Mein musikalischer Kollege würde jetzt anmerken „Stand up and fight, for your right to paaaaarrty!“ Das hier ist, wie erwartet, nicht mein Ding, und dementsprechend schalte ich schnell mal zwei Gänge hoch, ab auf den Autobahnzubringer direkt ins eigentliche Herz von Palma de Mallorca. Das erweist sich als eine echte spanische Metropole am Meer. Direkt neben dem Hafenbecken liegt die weltbekannte Kathedrale von Palma, daneben schließt sich der Sommerpalast des spanischen Königs an, beide zusammen ein wirklich beeindruckendes Ensemble.

Wir stellen unser Motorrad vor einer Bar ab, die von Werftarbeitern für ihre Siesta genutzt wird. Irgendwie kommt mir deren Name „Varadero“ bekannt vor, er erinnert mich an einen etwas lendenlahmen japanischen Zweizylinder. Aber die Tapas sind ausgezeichnet und der Café solo ist ein Gedicht. Im Hafen, einer wirklich internationalen Kulisse, hat gerade ein amerikanischer Hubschrauberträger Anker geworfen. Unzählige Jollenskipper und Surfer sind zu dessen Begrüßung hinausgefahren. Schon eindrucksvoll.

Die Gässchen rund um die Kathedrale laden uns ein, eine ausgedehnte Erkundungstour auf Schusters Rappen zu starten. Ihre Häuserzeilen stellen sich als ein wahres Paradies für jeden Liebhaber des spanischen Jugendstils heraus. Auch zum Shoppen ist Palma ein echtes Eldorado; kleine Boutiquen mit selbst genähter Ware wechseln sich mit den großen Designerketten ab. So kann man sich hier schnell mal in der Mittagspause bei Miguel, dem Barbier von Palma, den Bart trimmen lassen oder sich in der Dependance von Udo Walz eine Hochsteckfrisur für den Abend aufsetzen lassen. Zwischen den einzelnen Etappen lässt sich immer mal wieder die Sonne vor einem Café oder einer Bar genießen – ja, das Leben kann schön sein.

Selbst bei einem Zahnarztbesuch kann man sich am mallorquinischen Jugendstil erfreuen.
Selbst bei einem Zahnarztbesuch kann man sich am mallorquinischen Jugendstil erfreuen.

Es stellt sich schließlich die Gewissensfrage des Tages: Sitzen bleiben oder mit der GS noch mal Richtung Westen, dem Örtchen Andratx entgegen? Die schiere Lust, sich mal wieder bei Sonnenschein mit dem Motorrad zu bewegen, siegt schließlich über den inneren Schweinehund, der hier am Hafen auf den Abend warten will. Und so lassen wir den Tag mit einem kleinen Abstecher Richtung Westen in den Sonnenuntergang ausklingen.

Buchten und grandiose Ausblicke

Tag zwei beginnt natürlich wesentlich besser als der erste: Dank der vorangegangenen Einkäufe steht einem ordentlichen Frühstück nichts mehr im Wege. Für den heutigen Tag haben wir uns vorgenommen, in die westliche Serra de Tramuntana zu fahren; die gebirgige, sehr markante Landschaft ist seit Juni 2011 von der UNESCO als Welterbe anerkannt. Die Straßen dort präsentieren sich sehr unterschiedlich: Im Gegensatz zu der von gestern ist die heutige fast schon autobahnähnlich ausgebaut. Sie verjüngt sich dann jenseits von Andratx zur MA-10, einer netten kleinen Küstenstraße, die an verschiedenen Aussichtspunkten entlang nach Osten zum Zwischenziel Sóller führt.

Nach etlichen Kurven in der Tramuntana kann man den wundervollen Ausblick vom „Torre del Verger“ genießen.
Nach etlichen Kurven in der Tramuntana kann man den wundervollen Ausblick vom „Torre del Verger“ genießen.

Wir nehmen uns die Zeit, an diesen Punkten einmal anzuhalten, um in eine dieser kleinen Buchten, weit ab vom Trubel der Playas im Süden, abzusteigen und diese auch im Sommer einsamen Küstenabschnitte zu besuchen. Der Ab- und Aufstieg sind zwar recht mühsam, man wird aber wirklich fürstlich dafür entlohnt. Die Straße windet sich bis Valldemossa weiter direkt an der Küste entlang und bietet dabei immer wieder traumhafte Küstenausblicke. Danach verlässt die Straße die Küste, um etwas weiter im Landesinneren Haine mit über einhundert Jahre alten Olivenbäumen zu durchqueren. Am Szeneort Deià trifft sie dann wieder auf die Küste, die sie dann bis Sóller nicht mehr verlässt. Deià ist ein netter Ort, dem man leider die Überhand der ausländischen Hauseigentümer etwas stärker als anderen Orten anmerkt. Trotzdem lohnt sich ein Kaffeestopp mit anschließendem kleinem Spaziergang. Auch wir sind überrascht, wie viel es in diesen Orten zu entdecken gibt.

Valldemossa gilt als das Dorf der Künstler und ihrer Nachahmer.
Valldemossa gilt als das Dorf der Künstler und ihrer Nachahmer.

In Sóller angekommen, beschließen wir, über den rund 500 Meter hohen Col de Sóller wieder Richtung Süden abzudriften und nicht die Tunnelröhre zu benutzen, mit deren Bau 1995 begonnen worden war. Ein unbedingt zu empfehlender Pass mit 36 Serpentinen, den man freilich am besten zur Mittagszeit überqueren sollte. Dann sind nämlich sämtliche Biker (die ohne Motor), welche nach Sóller wollen, schon über den Pass entschwunden, und die ganzen Rückkehrer sind noch nicht wieder am Aufstieg. Ansonsten kann es einem wie uns ergehen, dass eine deutlich mit sich und der Welt, in den engen Kehren vor allen Dingen aber von ihrem Rad überforderte Endvierzigerin breitest grinsend vor das Vorderrad der GS rollt. Ihrem gut funktionierenden ABS ist es zu verdanken, dass wir unsere Abfahrt und die Dame ihren Aufstieg unversehrt vollenden konnten.

Am südlichen Fuße des Passes, in Alfàbia, befindet sich eines der letzten Überbleibsel der früheren maurischen Herrschaft Mallorcas. Rundherum ist ein sehenswerter Botanischer Garten angelegt. Eine Stippvisite ist kein Muss, aber aus unserer Sicht zu empfehlen. Über das flache Zentralland suchen wir uns einen Weg zurück nach Llucmajor. Die Straßen weisen zwar nun keine Höhenunterschiede mehr auf, doch sind sie deshalb nicht minder verwinkelt und unübersichtlich, da sie rechts und links von kilometerlangen und meterhohen Steinmauern begrenzt werden. Man sollte es nicht glauben: Am Abend dieses Tages stehen 286 Kilometer mehr auf der Uhr der GS, und doch haben wir bisher noch immer nur einen ausgesprochen kleinen Teil der Insel gesehen!

Dem Himmel nah

Zu meiner absoluten Lieblingstour entwickelt sich der Ausflug des dritten Tages. Von Llucmajor erst zum Kloster auf dem 548 Meter hohen Puig de Randa mit seiner wundervollen Aussicht über die mallorquinische Ebene, dann weiter über die Kleinstädte Sineu und Inca nach Lluc. Dort ein kleiner Zwischenstopp und im Kloster dem Knabenchor bei seinen Proben zugehört. Dann weiter bis kurz vor den Stausee Gorg Blau, rechts ab der kleinen Straße Richtung Sa Calobra folgen, hier einen Kaffee am Meer genießen. Weiter nach Sóller und über den tags zuvor schon einmal gefahrenen Coll de Sóller nach Alfàbia. Diesmal aber nicht gleich zurück, sondern via MA-2100 über einen wirklich verwegenen Pass Richtung Orient (in diesem Fall ein Ortsname), einen Abstecher zum berühmten Castell d’Alaró und via Sencelles und Algaida zurück nach Llucmajor. Hier dann nur glücklich und zufrieden ins Bett fallen. Neugierig?? Ich kann nur sagen: Selbst mal fahren! Mehr will ich zu dieser wirklich schönen Route nicht verraten.

Blick zurück vom „Castell d’Alaró“ über die Tiefebene.
Blick zurück vom „Castell d’Alaró“ über die Tiefebene.

Der Nordosten und der Leuchtturm von Formentor

Für den vierten Tag haben wir uns die Erforschung des Nordostens auf die Roadmap geschrieben. Es geht zuerst nach Alcúdia, den Römern auf der Spur. Ja, die waren auch mal hier, aber wo in Europa eigentlich nicht? Die Spuren, die sie hier hinterlassen haben, haben die Erwähnung in Reiseführern nicht wirklich verdient. Umso sehenswerter ist der dazugehörige Ort. Seinen alten Ortskern umgeben Mauern, die von Mauren stammen könnten. Besonders sehenswert an Alcúdia ist der Hafen mit ungezählten kleineren und auch etwas größeren Yachten, die hier vor Anker liegen und dümpelnd auf ihre meist ausländischen Eigner warten. Schon sehr schick.

Am Ortsausgang ist es mal wieder soweit: Kurz nach einem Kreisel drängt uns eine Hundertschaft der Guardia Civil dazu, unser Bike am Straßenrand abzustellen. Radfahrer! Wie so oft auf dieser Insel findet auch an diesem Wochenende irgendwo ein kleineres oder auch größeres Vorbereitungsrennen statt. Heute halt einmal rund um Alcúdia. Das bedeutet für uns eine Zwangspause, leider weit und breit keine Bar, in der wir unseren Radlerfrust mit einer Tasse Kaffee wegspülen könnten. Irgendwann hat glücklicherweise jedes Verfolgerfeld ein Ende, und so eilen wir unserem Tagesziel, dem Leuchtturm von Formentor, weiter entgegen. Die Fahrt geht durch den Ort Port de Pollença, hier scheint sich die Motorrad-Szene der Insel zu treffen. Auf der kilometerlangen Strandpromenade reiht sich Bar an Bar und davor Bike an Bike. Es hat schon fast etwas von einer mallorquinischen Bikeweek. Viele, viele bunte Harleys!

Kurvenspaß auf Mallorcas Landstraßen.
Kurvenspaß auf Mallorcas Landstraßen.

Die schmale Straße, die sich danach bis zum Leuchtturm schlängelt, ist der Traum eines jeden Motorradfahrers. Freilich nicht ohne Wehmutstropfen, wie so oft in dieser Woche: Hobbyradler und Mietwagenpiloten auf Sonntagsfahrerniveau helfen mir dabei, die Reifenflanken der BMW zu schonen. Am Leuchtturm selbst erwartet uns ein überwältigendes Panorama. Man kann von hier aus bis hinüber zur Nachbarinsel Menorca sehen. Um vor den Automobilisten und Pedalisten sicher zu sein, sollte man eine Tour hierher nur von Oktober bis März ernsthaft in Erwägung ziehen. Schade für dieses reizvolle Fleckchen Erde, ist aber so. Im Übrigen: Wer an Aussichtspunkten wie dem Leuchtturm Formentor Neppreise erwartet, wird angenehm überrascht sein: Auch hier werden, wie an vielen anderen, durchweg nur moderate Preise verlangt.

Fazit

Nach dieser Tour bringen wir die GS schweren Herzens zum Verleih zurück. Wir gönnen uns noch ein paar Badetage und genießen die Frühlingssonne. Beim Abschied auf dem Riesenairport von Palma kommt es dann zum wohl unvermeidlichen Showdown. Die Insel will uns anscheinend den Rest geben. In der Wartezone unseres Fliegers sitzt ein weiterer Promi, Malle ist halt auch bei unseren „Stars“ beliebt.

Bleibt für den Augenblick nur mein persönliches Fazit: Der Selbstversuch hat ergeben, dass etliche der verbreitet zu hörenden Meinungen zumindest ansatzweise wahr sind. Allerdings kann man auf dieser Insel jede Menge mehr sehen, erleben und „erfahren“, als man es erwartet. Eine Reise, vor allem an ihre Nordküste, ist sie allemal wert. Mallorca bietet deutlich mehr als Sangria, Dauerfeten und Hotelburgen, verfügt die Insel doch über herrliche Ecken, die es sich zu entdecken lohnt. Lästig war uns nur, permanent um Radfahrer herumzirkeln zu müssen (die Insel hat auch ohne sie genug Kurven). Gefährlicher sind jedoch die fast 50.000 mit Touristen besetzten Mietwagen, die den Radlern ausweichen und einem somit auf der eigenen Spur entgegenkommen. Die hat diese wunderschöne Insel nun wirklich nicht verdient.

Die Touren im Überblick

  • Tag 1: Llucmajor – S’Arenal – Palma – Andratx
  • Tag 2: Andratx – MA-10 – Valldemossa – Deià – Sóller – Col de Sóller – Alfàbia
  • Tag 3: Puig de Randa – Sineu – Inca – Lluc – Sa Calobra – Sóller – Castell d’Alaró
  • Tag 4: Alcúdia – Port de Pollença – Leuchtturm Formentor

Text: Robert Scheu · Fotos: Ingrid Mages, Robert Scheu · Erstveröffentlichung im GS:MotorradMagazin, Ausgabe 12/2013. Alle Angaben ohne Gewähr.

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